Die 70er Jahre – ein Jahrzehnt, das in puncto Stil und Make-up eine beispiellose Ära der Selbstentfaltung einläutete. Von glitzernden Discoböden bis hin zu entspannten Bohemien-Vibes, die Looks dieser Zeit waren mutig, ausdrucksstark und schlichtweg unvergesslich. Doch wie übersetzen wir diesen Überschwang in die Gegenwart, ohne dabei in die Falle des Verstaubten zu tappen? Unsere professionellen Make-up-Artisten sind sich einig: Mit gezielten Anpassungen und einem feinen Gespür für moderne Ästhetik können die ikonischen Trends von damals nicht nur neu belebt, sondern auch in eine frische, tragbare Form gebracht werden, die zeitlos und doch hochaktuell wirkt.
Es geht nicht darum, die 70er Jahre eins zu eins zu kopieren, sondern darum, ihre Essenz zu erfassen – die Freude am Experimentieren, die Betonung der Augen, der Glanz und die Unbeschwertheit – und sie mit den Techniken und Produkten von heute zu verfeinern. Lassen Sie sich von unseren Experten in die Kunst der zeitgemäßen 70er-Jahre-Make-up-Transformation einführen und entdecken Sie, wie Sie Glamour und Ausdruck von damals in Ihren Alltags- oder Abendlook integrieren können.
Der Glanz der Disco Eyes: Von vereisten Lidern zu schimmernden Akzenten
Die Augen waren in den 70ern zweifellos der Star der Show. Insbesondere die „Disco Eyes“ mit ihren schimmernden, oft frostigen Lidschattenfarben waren ein Markenzeichen. Man denke an strahlendes Blau, schillerndes Lila oder sogar metallisches Silber, das die Lider in eine glänzende Oberfläche verwandelte. Der Gedanke dahinter war, Licht zu reflektieren und die Augen zum Leuchten zu bringen, besonders unter den Discokugeln. Doch während die damalige Opulenz auf der Tanzfläche brillierte, kann ein zu stark aufgetragenes, komplett „vereistes“ Lid heute schnell unzeitgemäß wirken.
Die MUA-Strategie für einen frischen Schimmer
Unsere Make-up-Artisten empfehlen, den Geist des Disco-Glanzes aufzugreifen, ihn aber mit einer subtileren, raffinierteren Hand anzuwenden. Der Schlüssel liegt in der Textur und der Platzierung. Anstatt dichte, pudrige Frosteffekte zu verwenden, greifen wir zu cremigen Lidschatten, die einen weicheren, multidimensionalen Schimmer erzeugen. Diese lassen sich nahtloser verblenden und vermeiden die oft harte Kante der damaligen Puderprodukte.
- Weiche Texturen bevorzugen: Wählen Sie flüssige oder cremige Lidschatten, die ein feuchtes, fast nasses Finish auf den Lidern hinterlassen. Diese reflektieren das Licht auf eine organischere Weise und wirken weniger plakativ.
- Gezielte Akzente setzen: Statt das gesamte Lid in eine Farbe zu tauchen, konzentrieren Sie sich auf das bewegliche Lid und den inneren Augenwinkel. Ein Hauch von Schimmer hier öffnet das Auge und verleiht einen modernen, leuchtenden Effekt, ohne zu überwältigen.
- Farben mit Bedacht wählen: Die Pastellfarben der 70er, wie Babyblau und Flieder, erleben ein Comeback, doch mit einem modernen Twist. Unsere MUAs raten zu Nuancen, die nicht zu grell sind, sondern eher sanfte Untertöne aufweisen. Denkbar sind auch warme Champagner-Töne, zarte Roségold-Nuancen oder ein subtiler Bronze-Schimmer, die jedem Hautton schmeicheln.
- Der One-Color-Look: Eine weitere Technik, die von den 60ern und 70ern inspiriert ist und sich hervorragend in die Gegenwart integrieren lässt, ist der „One-Color-Eyeshadow“-Look. Hierbei wird nur eine Lidschattenfarbe verwendet, die geschickt verblendet wird, um Tiefe zu erzeugen. Dies macht den Look nicht nur unglaublich einfach nachzubilden, sondern verleiht ihm auch eine moderne Klarheit. Beliebt sind derzeit wie erwähnt Babyblau- und Fliedertöne, aber Sie können diese Technik mit jeder Farbe anwenden, die Ihre Persönlichkeit unterstreicht.
Wimpern-Statements neu interpretiert: Von Stacheln zu Federn
In den 70ern waren dramatische, manchmal fast spinnenartige Wimpern ein echtes Statement. Der Fokus lag auf Dichte und Länge, oft bis an die Grenze des Übermäßigen. Während dieser Look damals als avantgardistisch galt, wirken solche extrem stacheligen Wimpern in der heutigen Schönheitslandschaft oft überholt und können die Augen optisch schwer machen. Die moderne Ästhetik bevorzugt hingegen einen leichteren, natürlicheren, aber dennoch ausdrucksstarken Wimpernaufschlag.
Die MUA-Perspektive: Federleichte Falsies und betonte Unterwimpern
Unsere Experten raten dazu, sich von den harten, spikigen Wimpern der Vergangenheit zu verabschieden und stattdessen federleichte, gestufte Falsies zu umarmen. Diese bieten das gewünschte „Oomph“ und die Verlängerung, ohne dabei an natürlicher Anmutung zu verlieren. Sie ergänzen schimmernde Augen perfekt, ohne sie zu dominieren oder zu beschweren.
- Federleichte Falsies: Anstatt extrem dichte oder perfekt gleichmäßige Reihen zu wählen, entscheiden Sie sich für künstliche Wimpern, die unregelmäßig gestuft und leicht gefächert sind. Produkte wie die Kiss So Wispy Sets sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Volumen und Länge auf elegante Weise erzielt werden können, ohne die Augen zu erdrücken. Sie verleihen ein weiches, flatterndes Finish, das wesentlich moderner wirkt.
- Die Macht der unteren Wimpern: Ein weiteres charakteristisches Merkmal des 70er-Jahre-Make-ups war die Betonung der unteren Wimpern. Während moderne Trends oft den Schwerpunkt auf die oberen Wimpern legen, kann ein kühnerer Look der unteren Wimpern eine faszinierende Tiefe und einen Hauch von Vintage-Glamour verleihen. Wichtig ist hierbei, nicht zu viel Produkt aufzutragen, um Klümpchen zu vermeiden.
- Die richtige Mascara wählen: Für die unteren Wimpern kann eine Mascara, die definiert und verlängert, wie man es von Produkten wie unserer So Fierce!™ Mascara kennt, wahre Wunder wirken, indem sie jede einzelne Wimper umhüllt und präzisiert. Unser Tipp: Halten Sie den Mascara-Pinsel vertikal, um die unteren Wimpern präziser zu tuschen und einen natürlichen, aber definierten Look zu erzielen. Dies verlängert und öffnet das Auge auf subtile Weise und ist eine Hommage an die 70er, ohne übertrieben zu wirken.
Der aufhellende Zauber von Weiß: Ein Hauch von Licht
Ein oft übersehenes, aber entscheidendes Element des 70er-Jahre-Augen-Make-ups war der strategische Einsatz von Weiß. Ob als Eyeliner, in der Wasserlinie oder im inneren Augenwinkel – Weiß hatte die magische Fähigkeit, die Augen größer, wacher und strahlender erscheinen zu lassen. Es war das Geheimnis, um den dramatischen Disco-Augen eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen und sie gleichzeitig noch mehr hervorzuheben.
MUA-Anwendungen für strahlende Augen
Auch heute noch ist Weiß ein unschätzbares Werkzeug in der Make-up-Palette unserer Profis, um Frische und Leuchtkraft zu erzielen. Es ist der perfekte Partner für einen geflügelten Lidstrich und andere Augen-Make-up-Elemente, die dadurch erst richtig zur Geltung kommen.
- Wasserlinie als Aufheller: Ein cremiger weißer oder hautfarbener Kajalstift auf der unteren Wasserlinie ist ein schneller Trick, um die Augen sofort größer und wacher erscheinen zu lassen. Dies ist besonders effektiv, wenn Sie Müdigkeit kaschieren oder einen intensiven Smoky-Eye-Look aufhellen möchten.
- Der innere Augenwinkel: Ein kleiner Tupfer weißen oder hell schimmernden Lidschattens im inneren Augenwinkel sorgt für einen sofortigen Wach-Effekt und lässt die Augen strahlen. Dies ist ein universeller Aufheller, der jedem Look eine frische Note verleiht.
- Kombination mit Winged Liner: Wenn Sie einen klassischen Winged Liner tragen, können Sie einen dünnen weißen Lidstrich direkt über oder unter dem schwarzen Liner ziehen. Dies schafft einen interessanten Kontrast und lässt den Eyeliner noch prägnanter wirken, während es gleichzeitig an die grafischen Looks der 70er anknüpft.
- Weiß als Basis: Ein weißer Lidschattenprimer oder eine weiße Basis unter Ihrem farbigen Lidschatten lässt die Farben intensiver und leuchtender wirken, ein Trick, der auch schon in den 70ern beliebt war, um die Pigmentierung zu maximieren.
Glossy Lips: Der Glanz, der bleibt
Neben den Augen spielten auch die Lippen in den 70ern eine wichtige Rolle, oft mit einem deutlichen Hang zu Glanz. Glossy Lips waren omnipräsent, von transparenten Finishes bis hin zu zarten Farben, die die Lippen üppig und verlockend wirken ließen. Der Trend war verspielt und glamourös zugleich, passte perfekt zu den schimmernden Augen und dem unbeschwerten Geist der Ära. Doch wie bei vielen Trends der Vergangenheit kann ein zu klebriger oder übermäßig glänzender Gloss heute schnell altmodisch wirken.
MUA-Ratschläge für einen modernen Glanz
Die Kunst liegt darin, den Glanz der 70er aufzugreifen, ihn aber mit modernen Formulierungen und einer ausgewogenen Anwendung zu versehen. Unsere Make-up-Artisten setzen auf Lipglosse, die Feuchtigkeit spenden, nicht kleben und einen raffinierten, langanhaltenden Glanz verleihen.
- Transparenz und leichte Tönung: Wählen Sie Lipglosse, die transparent sind oder nur eine sehr subtile Farbtönung aufweisen. Dies lässt die natürliche Lippenfarbe durchscheinen und erzeugt einen frischen, voluminösen Effekt, ohne zu schwer zu wirken.
- Feuchtigkeitsspendende Formulierungen: Moderne Lipglosse sind oft mit pflegenden Inhaltsstoffen angereichert, die die Lippen geschmeidig halten und das Tragegefühl verbessern. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu den oft klebrigen Formulierungen der Vergangenheit.
- Strategische Kombination: Ein glänzender Gloss kann hervorragend über einem matten Lippenstift getragen werden, um ihm ein modernes Update zu verleihen, oder als Solokünstler für einen minimalistischen Look. Er ist auch die perfekte Ergänzung zu den Disco-Eyes, da er den Glanz der Augen widerspiegelt, ohne mit ihnen zu konkurrieren.
- Volumen ohne Fülle: Der Glanz auf den Lippen lässt diese optisch voller wirken, ohne dass man zu dunklen Konturen oder übermäßigen Schichten greifen muss. Ein klarer oder zarter Rosé-Gloss in der Mitte der Unterlippe kann diesen Effekt noch verstärken.
Der Klassiker: Rote Lippen mit neuem Finish
Rote Lippen sind zeitlos, doch die 70er-Jahre gaben ihnen ihren eigenen Dreh. Während man sich oft an die Glosse erinnert, gab es auch klassische rote Lippen, die jedoch einen anderen Charakter hatten als die perfekten, matten Rot-Töne, die heute populär sind. Für ein Update unserer MUAs geht es darum, die ikonische Farbe beizubehalten, aber das Finish zu überdenken, um sie weicher und tragbarer zu machen.
MUA-Geheimnisse für zeitgemäße rote Lippen
Anstatt auf die oft harten, opaken Rottöne von damals zu setzen, schlagen unsere Experten vor, sich auf Nuancen mit weicheren Finishes zu konzentrieren, die dem Gesicht schmeicheln und den Look weniger streng wirken lassen.
- Sanfte Finishes: Entscheiden Sie sich für rote Lippenstifte mit einem satinartigen, semi-matten oder leicht glänzenden Finish. Diese wirken weniger streng als ein ultra-mattes Rot und verleihen den Lippen eine natürliche Fülle.
- Farbauswahl: Experimentieren Sie mit verschiedenen Rottönen, um den zu finden, der am besten zu Ihrem Hautton passt. Warme Ziegelrottöne oder tiefe Beerenrot-Nuancen können eine moderne Alternative zu den klassischen, kühlen Rottönen sein.
- Perfekte Platzierung: Für einen modernen Ansatz können Sie den Lippenstift auch leicht antupfen und mit dem Finger verblenden, anstatt einen perfekt definierten Lippenrand zu ziehen. Dies erzeugt einen weicheren, "stained"-Effekt, der jugendlich und nonchalant wirkt.
- Ausgleich schaffen: Wenn Sie sich für kühne rote Lippen entscheiden, halten Sie das Augen-Make-up subtiler. Ein einfacher geflügelter Liner oder nur etwas Mascara sind oft ausreichend, um den Fokus auf die Lippen zu legen, ohne dass der Look überladen wirkt.
Wolkenhaut: Der makellose, aber weiche Teint
Obwohl "Cloud Skin" als Begriff eher ein moderner Trend ist, der eine perfektionierte, aber dennoch natürlich aussehende Haut beschreibt, passt seine Essenz hervorragend zu den modernen Adaptionen der 70er-Jahre-Looks. Die 70er legten den Fokus auf ausdrucksstarke Augen und Lippen, was einen makellosen Teint voraussetzte, der als perfekte Leinwand diente, aber nicht übermäßig maskenhaft wirkte. "Cloud Skin" fängt genau diesen Geist ein: einen Teint, der weich, diffus und strahlend ist, ohne schwer oder zu stark konturiert zu sein.
MUA-Anleitung für den himmlischen Teint
Unsere Make-up-Artisten erklären, dass es bei "Cloud Skin" darum geht, einen ebenmäßigen, leuchtenden Teint zu schaffen, der die Gesichtszüge weichzeichnet und einen fast ätherischen Schein verleiht. Dies bildet die perfekte, moderne Basis für die farbenfrohen Akzente der 70er.
- Leichte Grundierung: Beginnen Sie mit einer leichten bis mittleren Deckkraft, die den Hautton ausgleicht, ohne die natürliche Textur zu verdecken. Der Fokus liegt auf einem natürlichen Finish, das atmet.
- Strategisches Kaschieren: Verwenden Sie Concealer nur dort, wo er wirklich benötigt wird – unter den Augen, um Rötungen zu minimieren. Verblenden Sie ihn sorgfältig, sodass keine harten Kanten entstehen.
- Weicher Blush: Setzen Sie auf cremigen oder flüssigen Blush in zarten Rosé-, Pfirsich- oder Koralltönen, der auf den Wangenäpfeln aufgetragen und sanft nach oben verblendet wird. Dies verleiht einen frischen, jugendlichen Ausdruck.
- Subtiles Setten: Pudern Sie nur die T-Zone leicht ab, um Glanz zu kontrollieren, aber lassen Sie den Rest des Gesichts frisch und taufrisch. Ein transluzenter Puder ist ideal, um das Finish zu fixieren, ohne es zu mattieren.
- Dezenter Schimmer: Ein leichter Tupfer Highlighter auf den höchsten Punkten des Gesichts – Wangenknochen, Nasenrücken, Amorbogen – fängt das Licht ein und verstärkt den "Wolken"-Effekt, ohne zu glitzernd zu wirken. Wählen Sie schimmernde Texturen, die mit der Haut verschmelzen.
Alles zusammenfügen: Die MUA-Philosophie für moderne 70er-Vibes
Die Magie der 70er-Jahre-Trends liegt in ihrer Vielfalt und ihrem Ausdruck. Die Kunst, sie in die Gegenwart zu überführen, besteht darin, nicht alle Trends auf einmal zu übernehmen, sondern gezielt auszuwählen und sie mit einem modernen Auge zu interpretieren. Unsere Make-up-Artisten betonen die Wichtigkeit von Balance, Personalisierung und dem Vertrauen in den eigenen Stil.
- Wählen Sie Ihren Fokus: Wenn Sie sich für dramatische Disco-Eyes entscheiden, halten Sie die Lippen subtiler und glänzend. Wenn Sie kräftige rote Lippen bevorzugen, lassen Sie die Augen eher minimalistisch. Es geht darum, ein Gleichgewicht zu finden, das Ihren Look harmonisch wirken lässt.
- Texturen mischen: Kombinieren Sie matte Elemente mit schimmernden Finishes, um Tiefe und Interesse zu erzeugen. Ein matter Teint mit glänzenden Lippen und schimmernden Augen ist ein Paradebeispiel für eine gelungene moderne Interpretation.
- An Ihre Persönlichkeit anpassen: Make-up sollte immer Ihre Individualität unterstreichen. Experimentieren Sie mit den Farben und Techniken, die sich für Sie gut anfühlen und Ihren persönlichen Stil widerspiegeln.
- Weniger ist oft mehr: Das Übertragen eines Vintage-Looks in die moderne Zeit bedeutet oft, ihn zu vereinfachen und zu verfeinern. Eine subtile Anspielung auf die 70er kann wirkungsvoller sein als eine vollständige Nachbildung.
- Vertrauen ist Ihr bestes Accessoire: Egal für welchen Look Sie sich entscheiden, tragen Sie ihn mit Selbstbewusstsein. Das ist der ultimative Schlüssel, um jeden Make-up-Trend zum Strahlen zu bringen.
Die 70er Jahre waren ein Jahrzehnt der Freiheit und des Ausdrucks, und diese Werte bleiben auch in der heutigen Schönheitswelt relevant. Indem wir die ikonischen Elemente dieser Ära mit modernen Techniken und einem feinen Gespür für Ästhetik aktualisieren, können wir einen Look kreieren, der sowohl nostalgisch als auch absolut gegenwärtig ist. Unsere Make-up-Artisten haben gezeigt, dass es möglich ist, den Glanz und die Dramatik von damals neu zu interpretieren und in einen tragbaren, inspirierenden Stil zu verwandeln. Es ist an der Zeit, die Pinsel zu schwingen und sich von der Kreativität der 70er-Jahre inspirieren zu lassen!